Talentierte Persönlichkeiten mit Ukulele Pt. 2

12 Aug

Jimmy Page bekommt einen eigenen Eintrag. Zurecht.


via

It might get loud

7 Aug

Wahrscheinlich schreibe ich beizeiten auch nochmal eine komplette Review über den Film “It might get loud” mit Jimmy Page, Jack White und “The Edge”. Bis dahin allerdings schonmal ein kleiner Vorgeschmack auf sagenhaft gute 94 Minuten (naja, eigentlich nicht ganz 94 Minuten, denn die Szenen, in denen es um “The Edge” geht, sind eindeutig überflüssig).

Kyuss Lives – 4. August 2011 @ Stadtpark Hamburg

6 Aug

Kyuss at Hamburg Stadtpark - BandLeider erst knapp zwei Tage nach dem Konzert kann ich nun endlich meine Eindrücke im Bericht Revue passieren lassen… Aber besser spät als nie.
Ich habe immer verschiedene Musikphasen. Im Moment ist es eine, in der ich absolut nicht in der Stimmung bin für harte Stoner Rock Konzerte. So machte ich mich am Donnerstag auch eher lustlos auf dem Weg zum Konzert. Ehrlich gesagt war ich selbst davon überrascht, wie wenig Lust ich auf den Abend hatte, zumal Kyuss einmal eine DER Bands für mich war. Quasi die Über-Stoner Rock Götter schlechthin und Josh Hommes erste Band. Das Konzert war auf 19Uhr angesetzt und wie es für die Freilichtbühne üblich ist, ist das auch der offizielle Beginn – nicht erst Einlass. Aufgrund der 30-minütigen Verspätung der S1 war ich dann etwa, wie viele andere Konzertbesucher auch, um 19:20 erst im Stadtpark. Ich war eigentlich froh, später dran zu sein. Ich dachte, ich stell mich irgendwo nach hinten, wo noch einigermaßen gute Sicht ist, verzichte mal auf Fotos und lass das Konzert ganz entspannt angehen. Aber da ich offensichtlich nicht die einzige war, die im S-Bahn-Wahnsinn stecken geblieben ist, war die Freilichtbühne erschreckend leer. So stellte ich mich, fast schon peinlich berührt, in die erste Reihe. Aber hey, gute Sicht = gute Fotos. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Band dann erst um 20Uhr beginnt zu spielen, aber sie kamen dann doch schon relativ zeitig um 19:30 auf die Bühne.
Kyuss at Stadtpark Hamburg - Garcia Einer nach dem anderen betrat die Bühne, angefangen mit Drummer Brant Bjork und ganz zum Schluss dann Garcia. Bei Kyuss ist ja irgendwie jeder Song ein Hit und so schmettertet sie einen nach dem anderen dem Publikum entgegen. Da wurde im übrigen auch von Song zu Song mehr, denn so langsam trudelten die ganzen Nachzügler an. Ab “Hurricane” ging es dann auch im Moshpit sehr rau zu und die Menge war am Headbangen. Am meisten Spaß hatte während des ganzen Konzertes wohl Scott Reeder. Er strahlte über das ganze Gesicht und wurde sehr gut vom Publikum angenommen, obwohl ich höre konnte, wie der ein oder andere enttäuscht war, dass Nick Oliveri nicht mit dabei war. Ich hatte ehrlich gesagt auch irgendwie mit ihm gerechnet, aber Reeder würde ich mittlerweile sogar als die bessere Wahl bezeichnen. Er ist einfach ein verdammt guter Bassist und passt perfekt zu Kyuss.
John Garcia wirkte anfangs etwas abwesend und distanziert. Aber je mehr Songs sie spielten, desto mehr taute er auf. Und die Stimmung unter dem Publikum war auch einfach extrem gut. Man sah nachher, wie viel Spaß er hatte. Kurz vorm Ende des Abends trat er nach ganz vorne zur Bühne, um die Leute nach einer Kippe zu fragen. Für Garcias Verhältnisse, der während des Konzertes oft mit dem Rücken zum Publikum stand oder die Bühne auch immer mal wieder verließ, kam das für mich sehr überraschend.
Kyuss at Stadtpark Hamburg - Garcia smokingIch hatte vorher einen Bericht gelesen, in denen die Band etwa 85 Minuten spielte. Einige Setlists aus vorherigen Konzerten zeigten auch manchmal nur knapp 15 Songs. Aber der Abend in Hamburg wurde länger und länger. Die spielten zwei Stunden mit zwei Zugaben. Mein persönliches Highlight war – natürlich – “El Rodeo”. Im Nachhinein hätte ich mich über Deamon Cleaner noch gefreut, aber es war auch so eine top Setlist. Der Sound war erstaunlich gut und ich schäme mich jetzt schon fast dafür, dass ich im Vorfeld erst gar nicht wirklich Lust auf das Konzert hatte. Es war erstklassige Musik und ich hätte im Grunde auch ohne John Garcia meinen Spaß gehabt. Nur instrumental Bass, Gitarre und Drums hätten schon voll gereicht, um ein tolles Konzert zu erleben. Rein vom technischen hat daher auch niemand gefehlt, weder Homme noch Oliveri. Kyuss Lives ist nicht Kyuss, aber die aktuelle 4er Truppe, mit immerhin 50% des Ursprungs-Lineups, stehen der Band um nichts nach.
Allerdings muss ich trotzdem gestehen, dass es mir vollkommen reicht, die Band nur einmal zu sehen. Vielleicht sollte sich Josh Homme wider Erwarten ja doch noch einmal erweichen lassen und sich ein letztes Mal mit Oliveri zu Kyuss zusammen tun und touren. Das wäre mit Sicherheit auch noch sehenswert. Ansonsten muss ich leider zugeben, meine Begeisterung für diese Musik ETWAS verloren zu haben. Und, auch wenn ich überraschender Weise in der ersten Reihe absolut nichts vom Moshpit gemerkt habe, es dieses Mal um mich kein Gerangel oder Geschubse gegeben hat und ich ja wusste, welches Publikum sich auf Konzerten wie Kyuss rumtreibt, muss ich trotzdem eins sagen: betrunkene, bekiffte Steinzeitmenschen, die die ganze Zeit die Texte mitgröhlen, sind einfach unerträglich.
Wie dem auch sei: Am Ende des Abends blieben keine Wünsche offen und es war ein grandioses Konzert. Kyuss lives!

Setlist:
01. Spaceship Landing
02. Gardenia
03. Hurricane
04. Thumb
05. One Inch Man
06. Odyssey
07. Freedom Run
08. Asteroid
09. Supa Scoopa and Mighty Scoop
10. Fatso Forgotso
11. Conan Troutman
12. Whitewater
13. El Rodeo
14. 100°

Encore:
15. Molten Universe
16. Tangy Zizzle
17. Allen’s Wrench
18. Un Sandpiper
19. 50 Million Year Trip (Downside Up)

Encore 2:
20. Green Machine

Seasick Steve & John Paul Jones

1 Aug

Das letzte gepostete Video von den beiden ist zwar noch nicht all zu lange her, aber … das hier ist einfach ZU gut!

Talentierte Persönlichkeiten mit Ukulele Pt. 1

25 Jul


Eddie Vedder, 2011


Zooey Deschanel, 2011

3/4 der Beatles:





Elvis Presley, 1961


Greta Garbo, 1925


Marilyn Monroe, 1959

… to be continued!

via: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8

August & Oktober

24 Jul

Zwei wundervolle Monate in diesem Jahr.

Der August ist vor allem wegen Kyuss ein Spaß. Eventuell gehe ich auch noch zu The Kills im Docks.
Tori Amos und Bob Dylan im Oktober sind auch kaum zu toppen. Ich freu mich!

I’m throwing my arms around Berlin – Morrissey 18.7.2011

19 Jul

Morrissey BerlinWas soll ich sagen. Es war großartig. Im Vorfeld gab es ja einige eher negativ angehauchte Berichte über die letzten Konzerte Morrissey. Er sagt ohne erfindlichen Grund Konzerte ab und zeigt sich in “Fuck morrissey-solo.com”-T-Shirts. Inklusive ewiges Konzertverbot für den Macher der Website, David Tseng. Die Logik hinter diesem Verhalten bleibt fragwürdig. Ich habe leider keine Vergleichsmöglichkeit zu früheren Morrissey Shows und kann – vielleicht gerade deshalb!? – nur sagen, dass es unglaublich war. Die Setlist war extrem gut, eine Mischung aus alten Smiths Songs und einem Best Of seiner Solo-Alben. Der Start war perfekt mit “I want the one I can’t have” und “You’re the one for me, fatty”. Mit den neuen Songs wie “People are the same everywhere” oder “Action is my middle name” kann ich irgendwie noch nicht so viel anfangen. Aber “Meat is murder” war auch noch nie mein Favorit. Dafür waren Titel 11 bis 14 umso besser und die beiden letzten Songs (inkl. Zugabe) sowieso. Ich hatte selten so viel Spaß auf einem Konzert. Was unter anderem auch an der ständigen Situationskomik lag. Die Fans agierten, riefen, schrieen, warfen Blumen auf die Bühne. Morrissey reagierte hauptsächlich mit Mimik und Gestik. Ich weiß wie gesagt nicht, ob er sonst auch so auf Konzerten ist. Manchmal machte er einen sehr distanzierten Eindruck, auf der anderen Seite habe ich aber bisher kaum einen Künstler gesehen, der sich so mit dem Publikum beschäftigt. Ich habe aber auch selten gesehen, wie das Publikum so mit dem Künstler agierte. Für einige scheint Morrissey der ÜBER-Gott zu sein. Kurz vorm Schluss sprangen einige über die Absperrung vor der Bühne, nur um versuchen, seine Hand zu greifen. Und sie hatten sogar Glück und Morrissey griff ebenfalls nach ihnen. Irgendetwas war ganz besonders an diesem Abend. Vielleicht war es Morrissey und vielleicht ist diese Magie auf jedem Morrissey Konzert. Ich hoffe sehr, dass dieses gestern nicht mein letztes war und ich noch oft die Gelegenheit haben werde, ihn live sehen zu können. Jedenfalls kann ich den Hype um seine Person sehr gut verstehen.
Nach 75 Minuten war der gestrige Abend allerdings schon zu Ende und damit leider viel zu kurz. Die Zitadelle war aber eine perfekte Location. Das Wetter war super und der Sound überraschend gut.
Eine Vorband gab es übrigens auch: The Heartbreaks. Eine leicht durchschnittliche Indie-Rockband aus England. Wie bahnbrechend.

 

Fazit:
Man kann gar nicht so viele Worte für dieses wahnsinnig tolle Konzert finden. Es war alles in allem einfach perfekt. Alles hat gestimmt und Morrisseys Art als Mensch finde ich persönlich genau so sympathisch wie seine Songs. Die Musik ist einfach klasse und entweder man liebt ihn oder hasst ihn. Ich bin in der glücklichen Position, dass ich zu der ersten Kategorie gehöre und ihn unglaublich mag. Ohne Übertreibung, nach Roger Waters war das Konzert von Morrissey das beste, was ich bisher gesehen habe.

 

Setlist:
01. I Want The One I Can’t Have
02. You’re The One For Me, Fatty
03. You Have Killed Me
04. Speedway / Scandinavia
05. Ouija Board, Ouija Board
06. People Are The Same Everywhere
07. Action Is My Middle Name
08. Alma Matters
09. Satellite Of Love
10. I Know It’s Over
11. Everyday Is Like Sunday
12. One Day Goodbye Will Be Farewell
13. There Is A Light That Never Goes Out
14. I’m Throwing My Arms Around Paris
15. Meat is Murder
16. Irish Blood, English Heart

Encore:
17. First Of The Gang To Die

Morrissey Berlin 7-18-2011 - 4 Morrissey Berlin 7-18-2011 - 3 Morrissey Berlin 7-18-2011 - 2 Morrissey Berlin 7-18-2011 - 1

Und weil das Schönste nach Konzerten die schlechten Videoaufnahmen bei Youtube sind, hab ich trotzdem ein Video mit – zur Abwechslung – guter Qualität gefunden.

Awesomeness

11 Jul

Bob Dylan – Hamburg 26.6.2011 – Seit 20 Jahren auf Abschiedstour

27 Jun

Unspektakulärer könnte ein Konzert nicht sein. Um es kurz zu fassen: Dylan ging auf die Bühne, spielte sein Programm ab und war dann wieder hinter der Bühne verschwunden.
Es war schon erstaunlich trocken. Ich frage mich, wann er die Begeisterung an seinem Job verloren hat und wieso er ihn überhaupt noch ausübt.
Außer seiner Musik brachte er kein Wort zum Publikum über die Lippen. Ab und zu kam ihm auch ein Lächeln über das Gesicht. Ich war schon sehr erstaunt, als er beim vorletzten Song die Band vorstellte – denn das tut er gewiss nicht bei jedem Konzert.
Aber im Grunde .. was will man mehr, als einen Bob Dylan auf der Bühne, der seine besten Songs spielt?! Exzentrisch und etwas „eigen“ war er schon immer. Was er sagen möchte, sagt er mit seinen großartigen Texten und seiner unverwechselbaren Musik. Es wirkt aber schon leicht unsympathisch.

Die Songs waren eine sehr gute Mischung aus alten und neuen Songs. Viele Klassiker waren dabei wie Don’t think twice it’s alright, To Ramona, Tanged up in Blue, Highway 61, Visions to Johanna und dann natürlich die drei Songs der Zugabe: Like a Rolling Stone, All Along the Watchtower und Forever Young.
Diese Klassiker waren auch die Highlights für das Publikum und man merkte, wie die Stimmung hochging, als er zum Beispiel Tangled up in Blue sang.
Zwischen den Songs wechselte er immer mal wieder die Position von Orgel zu Mundharmonika und einmal – leider nur einmal – zur Gitarre.

Bei den Grammy Awards (ich berichtete) im Februar dieses Jahres hatte er einen Auftritt mit der Folk-Rockband Mumford & Sons und den Avett Brothers. Damals spielte er seinen bekannten Song „Maggie’s Farm“, der in seiner Tour-Setlist nicht nur in Hamburg, sondern auf sämtlichen Konzerten fehlt. Schade.
Seine Stimme klang bei dem Grammy Auftritt mehr als kläglich, aber beim heutigen Konzert war sie – für Dylans Begriffe – okay. Natürlich klingt er heute mehr wie ein Reibeisen denn je, aber um einiges besser als bei der Grammy Verleihung.
Ich muss allerdings gestehen, dass manche Lyrics einfach unverständlich sind. Am Anfang mancher Songs habe ich mich ernsthaft gefragt, welchen Song er da überhaupt spielt.
Jedenfalls wurde der allgemeine Eindruck von den Grammys definitiv bestätigt.

Fazit:
Am 24.Mai feierte Bob Dylan seinen 70. Geburtstag. Mittlerweile muss man zugeben, dass Dylan einer der Künstler ist, denen es besser getan hätte, früher in Rente zu gehen. Stattdessen spielt er hunderte von Konzerten im Jahr, bringt Weihnachtsalben raus, die die Menschheit nicht braucht, und verkauft seine Musik meistbietend an die erstbeste Werbekampagne (u.a. Pepsi und Victoria’s Secret – muss das wirklich sein!?).
Auf der Bühne macht er roboterartig nur noch das, was er muss. Und Die Zuschauer bezahlen, „um ihn noch einmal zu sehen“. Es ist ein Bühnenabschied, der mittlerweile mehr als 20 Jahre andauert.
Was mich außerdem enttäuscht hat: Er hat nur einen (!) Song mit der Gitarre selbst gespielt. Alle anderen saß er entweder an der Orgel oder spielte seine Mundharmonika.

Alles in Allem: Es wirkt blasphemisch, überhaupt etwas Negatives über diesen Ausnahmekünstler zu sagen. Aber er hätte wirklich schon vor Jahren mit dem Touren aufhören sollen, anstatt ewig mit einem „Best Of“ durch die Welt zu reisen. So wie das Konzert heute war, könnte man sich auch zu Hause vor die Soundanlage setzen, eine Dylan Bootleg-CD einlegen und ein Bild von ihm anstarren. Irgendwie hätte das kaum einen anderen Effekt als das Konzert heute.
Ich liebe Bob Dylan wirklich sehr und es tut mir weh, das alles sagen zu müssen. Aber er hätte schon viel früher Abschied von der Bühne nehmen müssen. Dann wäre er jetzt die Legende, wie er es verdient hätte eine zu sein. Und nicht der alte Mann, der nicht weiß, wann Schluss ist.
Ich frage mich wirklich, wieso er das alles macht. Wer mit so einer anscheinenden Lieblosigkeit an seine Arbeit geht, sollte sie besser gar nicht mehr ausführen. Er sollte sich eine hübsche Weinplantage in Kalifornien suchen oder sich in Woodstock zur Ruhe setzen.

Setlist:
1. Leopard-Skin Pill-Box Hat
2. Don’t Think Twice, It’s All Right
3. Things Have Changed
4. I Don’t Believe You (She Acts Like We Never Have Met)
5. Beyond Here Lies Nothin’ (Bob an der Gitarre)
6. To Ramona
7. Cold Irons Bound
8. Tangled Up In Blue
9. Summer Days
10. Tryin’ To Get To Heaven
11. Highway 61 Revisited
12. Visions Of Johanna
13. Thunder On The Mountain
14. Ballad Of A Thin Man

Encore:
15. Like A Rolling Stone
16. All Along The Watchtower
17. Forever Young

Is there anybody out there? – Roger Waters – The Wall 10./11. Juni 2011 in Hamburg

12 Jun

Eindeutiges Indiz, dass man nicht mehr ganz richtig ist: Man geht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf ein und dasselbe Konzert. So passiert dieses Wochenende in Hamburg. Roger Waters. The Wall Tour 2010/2011. Seit Monaten fiebre ich wie wild auf dieses Ereignis zu und dann endlich war es soweit. Am Freitag bin ich schon wie geplättet aus der O2 World gegangen. Es war so unfassbar, was für ein Spektakel man dort auf der Bühne gesehen hatte. Neudeutsch würde ich behauptet, dass ich total “geflashed” war. Mir fallen jetzt noch kaum Worte ein, die Show würdig zu beschreiben. Wahnwitzig, wie ich irgendwie war, ging ich (immer noch “geflashed”) am Samstag Mittag online, um mal zu schauen, wie die Aktien bezüglich Karten für den Abend stehen, für das zweite Konzert von The Wall in Hamburg. Und die Aktien standen unglaublich gut! Etwa Zwanzig Minuten später hatte ich offiziell eine Karte für The Wall am 11. Juni ersteigert. Und es war nicht nur eine Karte, sondern ein Traumplatz in der zweiten Reihe für einen unverschämt guten Preis. Immer noch unglaublich teuer, aber ich wusste ja, dass jeder Euro es wert sein würde. So ereignete es sich also, dass ich zwei Tage hintereinander das großartigste Konzert sehen durfte, auf dem ich je war. Aber es war eigentlich gar kein Konzert, sondern eine Aufführung, ein Spektakel sondergleichen.

Roger Waters The Wall - 11-06-2011
Stimmung:
Die Hamburger sind leider nicht bekannt für ihre überschwängliche Euphorie bei Konzerten und so war es auch bei Roger Waters. Es wurde brav geklatscht, das Publikum sah einigermaßen begeistert aus, aber viel mehr war da beim Großteil des Konzertes leider nicht drin. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie man die ganze Zeit nur so still dasitzen kann.
Die Stimmung kam zum Höhepunkt, als „Comfortably Numb“ angestimmt wurde. Neben „Another Brick in the Wall“ und „Mother“ einer der populärsten Titel der Wall-Geschichte. Am Freitag standen während des Liedes sehr viele auf, was am Samstag überhaupt nicht der Fall war – zu meiner großen Verwunderung.
Waters animierte zum Schluss hin immer mehr das Publikum, doch etwas mehr Bewegung in die müde Menge zu bringen. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Wenn die Hamburger klatschen, ist das wohl offensichtlich schon das höchste der Gefühle. Erst bei den letzten Songs gab es wieder Standing Ovations für die Band, die bei Weitem mehr Enthusiasmus verdient hätte.

 

Roger Waters The Wall - 11-06-2011
Konzertablauf:

Set 1:
Offizieller Beginn war 20 Uhr. An beiden Tagen gab es eine kleine Verspätung von 15 Minuten am Freitag und knapp 5 Minuten am Samstag.
Und gleich am Anfang wird einem klar, dass das wohl ein Erlebnis sein wird, was man nie wieder vergisst.
Allein der erste Song „In the Flesh“ zeigte alles auf, was in den nächsten Stunden möglich sein wird. Scheinwerferspiele und Feuerwerk-Fontänen waren noch die einfachsten Effekte. Als der Song seinen Höhepunkt erreicht, fliegt ein Kampfflugzeug üben den Zuschauern quer über die Halle auf die Bühne zu und explodiert auf der rechten Seite zu einem Feuerball.
Auf der kreisrunden Leinwand werden dann verschiedene Bilder von im Krieg gefallenen Menschen gezeigt und man kann verschiedene Daten zu den Personen lesen, u.a. wann und sie geboren und gestorben sind. Das erste Bild war das von Roger Waters Vater, der im Zweiten Weltkrieg fiel.
Spätestens da wurde klar, dass es ein sehr politischer Abend wird. Das Konzept von The Wall wurde von Roger Waters über die Jahre immer wieder verändert, sodass die politischen und sozialkritischen Züge mittlerweile immer mehr überhand nehmen.
Während „The Happiest Days of our Lives“ und „Another Brick in the Wall Pt 2“ schwebt auf der rechten Seite der Bühne eine riesige aufblasbare Puppe des Lehrers. Ein Schülerchor kommt auf die Bühne und „singt“ (Playback) den berühmten Refrain „All in all it’s just another brick in the wall“.
Nach dem Song herrscht kurz Stille und Roger Waters begrüßt das Hamburger Publikum mit den Worten „Guten Abend Hamburg, willkommen!“. Wer „The Wall“ kennt, weiß, dass jetzt der Song „Mother“ kommen wird. Waters erzählt den Zuschauern, dass er etwas Besonderes mit ihnen teilen möchte, es ist „an experiment in time travel“. Er wird ein Duett singen, mit seiner „acoustic guitar and along with fucked up little Roger“. Dann stimmte er „Mother“ an und auf der runden Leinwand hinter ihm, sowie auf den schon gebauten Steinen der Mauer, sah man den jungen Roger Waters im Earl Court, London, 1980 eben jenen Song singen. Zusammen mit dem heute 67 Jahre alten Waters im Duett, der vor dem Publikum live auf der Bühne stand.
Im weiteren Verlauf des Songs wurde er von Sänger Robbie Wyckoff unterstützt, der bei der Tour die Parts übernimmt, die im Original von David Gilmour gesungen werden.
Bei dem Song „Goodbye blue sky“ sah man auf der Leinwand Kampfflieger über eine Stadt ziehen. Diese ließen allerdings keine Bomben fallen, sondern verschiedene Symbole. Darunter unter anderem Kreuze, Davidsterne, Mercedes Sterne, Dollar Zeichen, Hammer und Sichel, Totenköpfe, sowie das Zeichen der Fastfood Kette McDonalds und des Ölkonzerns Shell.
Jeder einzelne Song wurde mit individuellen Aufnahmen auf wirklich faszinierender Art und Weise untermalt. Waters versteht es, zu den Liedern genau die richtige Stimmung einzufangen und dazu passende Bilder auf die Leinwand zu bringen.
Man muss es wirklich gesehen haben.
Nach dem 15. Song „Goodbye cruel world“ stand die Mauer komplett und die Show ging für ca. 20 Minuten in die Pause.
Roger Waters The Wall - 11-06-2011
Set 2:
Der zweite Teil geht sehr ruhig los. Während der ersten Songs wird fast komplett auf eindringliche Projizierungen verzichtet und man sieht einfach nur die schlichte Mauer. Als „Nobody home“ beginnt, sitzt Waters auf einem Mauervorsprung gemütlich auf einem Sessel in einer einfachen Wohnzimmerkulisse. Während des Songs „Vera“ sah man auf der Leinwand Bilder von Vera Lynn und Aufnahmen von Kindern, wie sie zum ersten Mal seit dem Krieg ihre Väter wiedersehen. Die Songs und Aufnahmen gehen alle nahtlos ineinander über.
Und dann DER Song der Abends. „Comfortably Numb“. Die Stimmung im Publikum war auf einmal eine ganz andere, jeder wusste, dass jetzt dieser magische Song kommen würde. Roger Waters sang die ersten Zeilen und man wartete sehnlichst auf den Gilmour Part. Doch wie erwartet sang es nicht David Gilmour, sondern die Stimme war die von Robbie Wyckoff. Und das merkte man. Für mich hat der Song sehr viel von seinem Charme eingebüßt. Niemand, wirklich niemand ersetzt David Gilmour. Vor allem, wenn man das mit einer totalen Durchschnittsstimme versucht. Ich zitiere an dieser Stelle auch einfach mal robbiewyckoff.com: “Robbie has recorded and performed with an inimitable group of artists such as: Diana Ross, Barbara Streisand, Celine Dion, Natalie Cole, [...] “ Das sagt ja irgendwie schon alles. Van Morrison 1990 in Berlin – das war eine gute Wahl. Seine Stimme hat Charakter und genau das braucht der Song auch. Aber lassen wir das Thema einfach.
Es war ja trotzdem irgendwie das Highlight des ganzen Konzerts. Vor allem liegt das aber auch an der grandiosen visuellen Umsetzung des Songs. Zum Ende hin steht Roger Waters vor der Mauer und schlägt mit beiden Fäusten gegen sie, bis sie mit einem faszinierenden Farbspiel explodiert und sich dann auf der Leinwand riesige Säulen erstrecken.
Im Anschluss daran sah man Waters vor den bekannten marschierenden Hämmern. Über dem Publikum flog ein riesiges Schwein mit etlichen Parolen darauf. Unter anderem „Everything will be ok – just keep consuming“. Das Ganze hatte nun sehr viele Parallelen zu den Bildern, die man vom Zweiten Weltkrieg vor Augen hat. Auf der Leinwand sah man nun verschiedene Worte und Bilder, die Bezug auf den Konzern Apple nahmen. Das Bild von einem Schwein stand neben dem Wort „iLead“, Hunde neben dem Wort „iFollow“, politische Figuren wie George Bush oder Hitler sah man ebenfalls im Großformat. „iBelieve“ und „iPaint“ wurde ihnen zugeschrieben.
Während der letzten Songs gab es optisch auf der Mauer auch noch die Animationen von Gerald Scarfe, der als Künstler bei etlichen Pink Floyd Projekten mitwirkte und seine Animationen auch im „The Wall“ Film liefen.
Als die Show zum Ende kommt, hört man Publikumsrufe, wie sie „Tear down the Wall“ schreien. Dann fällt die Mauer komplett in sich zusammen.

Setlist:
Set 1:
01. In the Flesh?
02. The Thin Ice
03. Another Brick in the Wall Pt 1
04. The Happiest Days of our Lives
05. Another Brick in the Wall Pt 2
06. Mother
07. Goodbye Blue Sky
08. Empty Spaces
09. What shall we do now?
10. Young Lust
11. One of my turns
12. Don’t leave me now
13. Another Brick in the Wall Pt 3
14. The Last Few Bricks
15. Goodbye Cruel World

ca. 20 Minuten Pause

Set 2:
16. Hey You
17. Is there anybody out there?
18. Nobody Home
19. Vera
20. Bring the boys back home
21. Comfortably Numb
22. The Show must go on
23. In the Flesh
24. Run like hell
25. Waiting for worms
26. Stop
27. The Trial
28. Outside the Wall

Fazit:
Wie schon gesagt, man muss es erlebt haben. Ich könnte hier noch stundenlang so weiter schreiben und das Ganze versuchen in Worte zu packen, was ich gesehen und erlebt habe. Aber das kann man gar nicht. So viele Eindrücke, es war unglaublich. Der Sound war perfekt, die Effekte grandios. Es war rundum ein beispielloses Ereignis.
Ich finde den Vergleich der Bühne auch interessant, wenn man sich die Show in Berlin 1990 ansieht. Diese Wandlung, die Roger Waters betrieben und die Show in die heutige Zeit versetzt hat. Es hat genau die richtige Zeit abgewartet. 30 Jahre nachdem The Wall veröffentlicht wurde, ist es heute noch genau so aktuell wie damals. Und Roger Waters selbst war mindestens in genau so einer Topform wie das ganze Stück. Die Show ist wirklich etwas, das seinesgleichen sucht. Einfach nur Weltklasse.


Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 10, 2011 Roger Waters - The Wall - May 10, 2011 Roger Waters - The Wall - May 10, 2011