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Avett Brothers – Wie eine Band ganz eigene Maßstäbe setzt

27 Aug

Ganz ehrlich, ich bin verliebt. Und auch 24 Stunden nach dem Konzert bin ich immer noch ganz hin und weg von den zwei Brüdern und ihrer Band. Ihr Auftritt in Hamburg fand gestern, den 25.8.2011, in der Fabrik statt. Es war mein erstes Konzert dort, bei einer Lesung von Heinz Strunk war ich vor ein paar Monaten allerdings schon einmal da, wusste also, was ich in etwa zu erwarten hatte. Ich hab es mir ganz gemütlich vorgestellt, in einem kleinen Kreis, ohne nervige Absperrungen, ohne noch nervigere Security. Wie ein gutes Folk-Rock Konzert eben sein muss und meine Erwartungen. Dass meine Erwartungen aber weitaus überschritten werden sollten, damit hatte ich nicht gerechnet.
Der Beginn war für 21Uhr angesetzt, was ich persönlich sehr spät finde. Da zusätzlich auch noch eine Vorband spielte, begannen die Avetts erst gegen 22Uhr. Kurz nach neun war ich da, um mir zumindest einen Eindruck von der (Berliner) Vorband “Charcoal Sunset” zu verschaffen. Die gingen allerdings schon um etwa 21:15 wieder von der Bühne. Wenn die wirklich um 21Uhr begonnen haben, war es ein wirklich sehr kurzer Auftritt. Das sollte mich allerdings nicht weiter stören, denn die Vorband war so unwichtig und durchschnittlich von den 2-3 Songs die ich mithören konnte. Wieder nur ein weiterer Beweis, dass meine Vorurteile gegenüber deutschen Bands völlig berechtigt sind.
Nach viel zu langem Warten kamen die Avett Brothers dann irgendwann gegen 10Uhr auf die Bühne. Gleich bei den ersten Songs war der Sound so grandios und die Band hat das Publikum vollkommen in den Bann gezogen. Ziemlich am Anfang spielten sie “Paranoia in B-Flat Major” und “Shame”, zwei meiner Lieblingssongs der Avett Brothers vom großartigen Album Emotionalism. Fast jeder Titel war tanzbar und wer sich nicht bewegte, mit dem stimmte irgendwas nicht. Sehr lustig war auch, wie ein Typ ständig headbangte, als gäbe es keinen Morgen. Ich dachte, soetwas sieht man nur auf Metal oder Hardrock Konzerten. Aber nein, man kann auch bei einem Folkrock Konzerts headbangen. Erkenntnis des Tages.

Avett Brothers Hamburg 1

Mein persönliches Highlight war der Song Pretty girl from Annapolis mit einem Interlude des Tom Waits Klassiker “Fish & Bird”. Sehr schnell erschien am Abend auch gleich bei Youtube ein Video davon. Wirklich tausend Dank an die Person, die das hochgeladen hat. Der Moment war wirklich ohnegleichen.Sehr ärgerlich finde ich im Nachhinein, dass ich mir für Fotos einen sehr unglücklichen Platz gesucht habe. Ich hätte wirklich weitaus (!) bessere Bilder machen können. Und hätte ich gewusst, dass in der Fabrik nicht einmal die Taschen kontrolliert werden, hätte ich mir vielleicht sogar überlegt, meine DSLR mitzunehmen. Aber so konnte ich mich zumindest mehr auf die Band konzentrieren. Ähnlich wie bei Morrissey war es auch beim Avett Brothers Konzert so, dass die Lyrics sehr hervorstanden. Sie haben sehr deutlich gesungen und ich habe in manchen Songs Facetten erkannt, die ich vorher nie rausgehört habe. Die beiden Herren sind nicht nur unglaublich gute Musiker, sondern auch noch verdammt gute Songwriter.

Ich hatte im Vorfeld schon gehört, dass ihre Konzert sehr gut sein sollen, aber sie haben wirklich ganz neue Maßstäbe gesetzt. So viel Unterhaltung und Spaß hatte ich wirklich selten.
Von der Setlist her haben sie in etwa dieselben Songs gespielt, wie auf den vergangenen Konzerten in Berlin oder Köln. Am Tag zuvor in Amsterdam stand “If it’s the Beaches” auf der Liste. Den Song spielten sie leider nicht. Vielleicht ist es auch besser so, denn der Song hätte mich wirklich fertig gemacht, weil der so unfassbar schön ist. So viel Glück hab ich nicht, dass sie ihn ausgerechnet auch noch in Hamburg spielen. Vielleicht versuche ich es demnächst auch mit einem gebastelten Plakat mit dem Songnamen drauf und halte ihn hoch. Natürlich mit der Anmerkung, dass ich gerne ein Kind von einem der beiden hätte. Wo ich gerade über Kindermachen spreche, irgendwie hätte schon noch die ein oder andere Ballade zusätzlich dabei sein können. “10.000 Words” haben sie gespielt und “I & Love & You”. Aber “January Wedding” war auch noch dabei, wie mir gerade einfällt. Grandioser Song, wunderwunderschön. Generell stell ich mir “I would be sad” auch als guten Livesong vor, aber den haben sie nicht gespielt. Beim Blick auf die Setlist wird deutlich, dass es im Grunde aber absolut keinen Platz für offene Wünsche gab. Nichteinmal annähernd. Perfektion eines Konzertes sieht in etwa genau so aus. Und ich glaube egal mit welcher Stimmung man auf das Konzert gegangen ist, am Ende ging jeder glücklich mit einem Lächeln auf dem Gesicht aus der Fabrik.

Avett Brothers Hamburg 2

Ich hatte einen wunderbaren Abend mit den Avett Brothers und als Liveband setzen sie wirklich komplett neue Maßstäbe. Es hat einfach absolut nichts gefehlt, es war rundum perfekt. Damit gehören die Avett Brothers jetzt offiziell zu meiner Liste von Bands, die ich immer und immer wieder live sehen würde und werde. Wann ist die nächste Tour?

Setlist:
01. Shame
02. Tin Man
03. Pretty Gril from Annapolis (Tom waits’ Fish & Bird interlude)
04. Head Full of Doubt, Road Full of Promise
05. Left on Laura, Left on Lisa
06. And it Spread
07. Blue Ridge Mountain Blues
08. Incomplete and Insecure
09. Paranoia
10. 10,000 Words
11. Living of Love
12. The Fall
13. Will You Return?
14. January Wedding
15. Go to Sleep
16. Kick Drum Heart
17. I and Love and You

Encore:
18. Never Been Alive
19.Down in the Valley

Kyuss Lives – 4. August 2011 @ Stadtpark Hamburg

6 Aug

Kyuss at Hamburg Stadtpark - BandLeider erst knapp zwei Tage nach dem Konzert kann ich nun endlich meine Eindrücke im Bericht Revue passieren lassen… Aber besser spät als nie.
Ich habe immer verschiedene Musikphasen. Im Moment ist es eine, in der ich absolut nicht in der Stimmung bin für harte Stoner Rock Konzerte. So machte ich mich am Donnerstag auch eher lustlos auf dem Weg zum Konzert. Ehrlich gesagt war ich selbst davon überrascht, wie wenig Lust ich auf den Abend hatte, zumal Kyuss einmal eine DER Bands für mich war. Quasi die Über-Stoner Rock Götter schlechthin und Josh Hommes erste Band. Das Konzert war auf 19Uhr angesetzt und wie es für die Freilichtbühne üblich ist, ist das auch der offizielle Beginn – nicht erst Einlass. Aufgrund der 30-minütigen Verspätung der S1 war ich dann etwa, wie viele andere Konzertbesucher auch, um 19:20 erst im Stadtpark. Ich war eigentlich froh, später dran zu sein. Ich dachte, ich stell mich irgendwo nach hinten, wo noch einigermaßen gute Sicht ist, verzichte mal auf Fotos und lass das Konzert ganz entspannt angehen. Aber da ich offensichtlich nicht die einzige war, die im S-Bahn-Wahnsinn stecken geblieben ist, war die Freilichtbühne erschreckend leer. So stellte ich mich, fast schon peinlich berührt, in die erste Reihe. Aber hey, gute Sicht = gute Fotos. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Band dann erst um 20Uhr beginnt zu spielen, aber sie kamen dann doch schon relativ zeitig um 19:30 auf die Bühne.
Kyuss at Stadtpark Hamburg - Garcia Einer nach dem anderen betrat die Bühne, angefangen mit Drummer Brant Bjork und ganz zum Schluss dann Garcia. Bei Kyuss ist ja irgendwie jeder Song ein Hit und so schmettertet sie einen nach dem anderen dem Publikum entgegen. Da wurde im übrigen auch von Song zu Song mehr, denn so langsam trudelten die ganzen Nachzügler an. Ab “Hurricane” ging es dann auch im Moshpit sehr rau zu und die Menge war am Headbangen. Am meisten Spaß hatte während des ganzen Konzertes wohl Scott Reeder. Er strahlte über das ganze Gesicht und wurde sehr gut vom Publikum angenommen, obwohl ich höre konnte, wie der ein oder andere enttäuscht war, dass Nick Oliveri nicht mit dabei war. Ich hatte ehrlich gesagt auch irgendwie mit ihm gerechnet, aber Reeder würde ich mittlerweile sogar als die bessere Wahl bezeichnen. Er ist einfach ein verdammt guter Bassist und passt perfekt zu Kyuss.
John Garcia wirkte anfangs etwas abwesend und distanziert. Aber je mehr Songs sie spielten, desto mehr taute er auf. Und die Stimmung unter dem Publikum war auch einfach extrem gut. Man sah nachher, wie viel Spaß er hatte. Kurz vorm Ende des Abends trat er nach ganz vorne zur Bühne, um die Leute nach einer Kippe zu fragen. Für Garcias Verhältnisse, der während des Konzertes oft mit dem Rücken zum Publikum stand oder die Bühne auch immer mal wieder verließ, kam das für mich sehr überraschend.
Kyuss at Stadtpark Hamburg - Garcia smokingIch hatte vorher einen Bericht gelesen, in denen die Band etwa 85 Minuten spielte. Einige Setlists aus vorherigen Konzerten zeigten auch manchmal nur knapp 15 Songs. Aber der Abend in Hamburg wurde länger und länger. Die spielten zwei Stunden mit zwei Zugaben. Mein persönliches Highlight war – natürlich – “El Rodeo”. Im Nachhinein hätte ich mich über Deamon Cleaner noch gefreut, aber es war auch so eine top Setlist. Der Sound war erstaunlich gut und ich schäme mich jetzt schon fast dafür, dass ich im Vorfeld erst gar nicht wirklich Lust auf das Konzert hatte. Es war erstklassige Musik und ich hätte im Grunde auch ohne John Garcia meinen Spaß gehabt. Nur instrumental Bass, Gitarre und Drums hätten schon voll gereicht, um ein tolles Konzert zu erleben. Rein vom technischen hat daher auch niemand gefehlt, weder Homme noch Oliveri. Kyuss Lives ist nicht Kyuss, aber die aktuelle 4er Truppe, mit immerhin 50% des Ursprungs-Lineups, stehen der Band um nichts nach.
Allerdings muss ich trotzdem gestehen, dass es mir vollkommen reicht, die Band nur einmal zu sehen. Vielleicht sollte sich Josh Homme wider Erwarten ja doch noch einmal erweichen lassen und sich ein letztes Mal mit Oliveri zu Kyuss zusammen tun und touren. Das wäre mit Sicherheit auch noch sehenswert. Ansonsten muss ich leider zugeben, meine Begeisterung für diese Musik ETWAS verloren zu haben. Und, auch wenn ich überraschender Weise in der ersten Reihe absolut nichts vom Moshpit gemerkt habe, es dieses Mal um mich kein Gerangel oder Geschubse gegeben hat und ich ja wusste, welches Publikum sich auf Konzerten wie Kyuss rumtreibt, muss ich trotzdem eins sagen: betrunkene, bekiffte Steinzeitmenschen, die die ganze Zeit die Texte mitgröhlen, sind einfach unerträglich.
Wie dem auch sei: Am Ende des Abends blieben keine Wünsche offen und es war ein grandioses Konzert. Kyuss lives!

Setlist:
01. Spaceship Landing
02. Gardenia
03. Hurricane
04. Thumb
05. One Inch Man
06. Odyssey
07. Freedom Run
08. Asteroid
09. Supa Scoopa and Mighty Scoop
10. Fatso Forgotso
11. Conan Troutman
12. Whitewater
13. El Rodeo
14. 100°

Encore:
15. Molten Universe
16. Tangy Zizzle
17. Allen’s Wrench
18. Un Sandpiper
19. 50 Million Year Trip (Downside Up)

Encore 2:
20. Green Machine

I’m throwing my arms around Berlin – Morrissey 18.7.2011

19 Jul

Morrissey BerlinWas soll ich sagen. Es war großartig. Im Vorfeld gab es ja einige eher negativ angehauchte Berichte über die letzten Konzerte Morrissey. Er sagt ohne erfindlichen Grund Konzerte ab und zeigt sich in “Fuck morrissey-solo.com”-T-Shirts. Inklusive ewiges Konzertverbot für den Macher der Website, David Tseng. Die Logik hinter diesem Verhalten bleibt fragwürdig. Ich habe leider keine Vergleichsmöglichkeit zu früheren Morrissey Shows und kann – vielleicht gerade deshalb!? – nur sagen, dass es unglaublich war. Die Setlist war extrem gut, eine Mischung aus alten Smiths Songs und einem Best Of seiner Solo-Alben. Der Start war perfekt mit “I want the one I can’t have” und “You’re the one for me, fatty”. Mit den neuen Songs wie “People are the same everywhere” oder “Action is my middle name” kann ich irgendwie noch nicht so viel anfangen. Aber “Meat is murder” war auch noch nie mein Favorit. Dafür waren Titel 11 bis 14 umso besser und die beiden letzten Songs (inkl. Zugabe) sowieso. Ich hatte selten so viel Spaß auf einem Konzert. Was unter anderem auch an der ständigen Situationskomik lag. Die Fans agierten, riefen, schrieen, warfen Blumen auf die Bühne. Morrissey reagierte hauptsächlich mit Mimik und Gestik. Ich weiß wie gesagt nicht, ob er sonst auch so auf Konzerten ist. Manchmal machte er einen sehr distanzierten Eindruck, auf der anderen Seite habe ich aber bisher kaum einen Künstler gesehen, der sich so mit dem Publikum beschäftigt. Ich habe aber auch selten gesehen, wie das Publikum so mit dem Künstler agierte. Für einige scheint Morrissey der ÜBER-Gott zu sein. Kurz vorm Schluss sprangen einige über die Absperrung vor der Bühne, nur um versuchen, seine Hand zu greifen. Und sie hatten sogar Glück und Morrissey griff ebenfalls nach ihnen. Irgendetwas war ganz besonders an diesem Abend. Vielleicht war es Morrissey und vielleicht ist diese Magie auf jedem Morrissey Konzert. Ich hoffe sehr, dass dieses gestern nicht mein letztes war und ich noch oft die Gelegenheit haben werde, ihn live sehen zu können. Jedenfalls kann ich den Hype um seine Person sehr gut verstehen.
Nach 75 Minuten war der gestrige Abend allerdings schon zu Ende und damit leider viel zu kurz. Die Zitadelle war aber eine perfekte Location. Das Wetter war super und der Sound überraschend gut.
Eine Vorband gab es übrigens auch: The Heartbreaks. Eine leicht durchschnittliche Indie-Rockband aus England. Wie bahnbrechend.

 

Fazit:
Man kann gar nicht so viele Worte für dieses wahnsinnig tolle Konzert finden. Es war alles in allem einfach perfekt. Alles hat gestimmt und Morrisseys Art als Mensch finde ich persönlich genau so sympathisch wie seine Songs. Die Musik ist einfach klasse und entweder man liebt ihn oder hasst ihn. Ich bin in der glücklichen Position, dass ich zu der ersten Kategorie gehöre und ihn unglaublich mag. Ohne Übertreibung, nach Roger Waters war das Konzert von Morrissey das beste, was ich bisher gesehen habe.

 

Setlist:
01. I Want The One I Can’t Have
02. You’re The One For Me, Fatty
03. You Have Killed Me
04. Speedway / Scandinavia
05. Ouija Board, Ouija Board
06. People Are The Same Everywhere
07. Action Is My Middle Name
08. Alma Matters
09. Satellite Of Love
10. I Know It’s Over
11. Everyday Is Like Sunday
12. One Day Goodbye Will Be Farewell
13. There Is A Light That Never Goes Out
14. I’m Throwing My Arms Around Paris
15. Meat is Murder
16. Irish Blood, English Heart

Encore:
17. First Of The Gang To Die

Morrissey Berlin 7-18-2011 - 4 Morrissey Berlin 7-18-2011 - 3 Morrissey Berlin 7-18-2011 - 2 Morrissey Berlin 7-18-2011 - 1

Und weil das Schönste nach Konzerten die schlechten Videoaufnahmen bei Youtube sind, hab ich trotzdem ein Video mit – zur Abwechslung – guter Qualität gefunden.

Bob Dylan – Hamburg 26.6.2011 – Seit 20 Jahren auf Abschiedstour

27 Jun

Unspektakulärer könnte ein Konzert nicht sein. Um es kurz zu fassen: Dylan ging auf die Bühne, spielte sein Programm ab und war dann wieder hinter der Bühne verschwunden.
Es war schon erstaunlich trocken. Ich frage mich, wann er die Begeisterung an seinem Job verloren hat und wieso er ihn überhaupt noch ausübt.
Außer seiner Musik brachte er kein Wort zum Publikum über die Lippen. Ab und zu kam ihm auch ein Lächeln über das Gesicht. Ich war schon sehr erstaunt, als er beim vorletzten Song die Band vorstellte – denn das tut er gewiss nicht bei jedem Konzert.
Aber im Grunde .. was will man mehr, als einen Bob Dylan auf der Bühne, der seine besten Songs spielt?! Exzentrisch und etwas „eigen“ war er schon immer. Was er sagen möchte, sagt er mit seinen großartigen Texten und seiner unverwechselbaren Musik. Es wirkt aber schon leicht unsympathisch.

Die Songs waren eine sehr gute Mischung aus alten und neuen Songs. Viele Klassiker waren dabei wie Don’t think twice it’s alright, To Ramona, Tanged up in Blue, Highway 61, Visions to Johanna und dann natürlich die drei Songs der Zugabe: Like a Rolling Stone, All Along the Watchtower und Forever Young.
Diese Klassiker waren auch die Highlights für das Publikum und man merkte, wie die Stimmung hochging, als er zum Beispiel Tangled up in Blue sang.
Zwischen den Songs wechselte er immer mal wieder die Position von Orgel zu Mundharmonika und einmal – leider nur einmal – zur Gitarre.

Bei den Grammy Awards (ich berichtete) im Februar dieses Jahres hatte er einen Auftritt mit der Folk-Rockband Mumford & Sons und den Avett Brothers. Damals spielte er seinen bekannten Song „Maggie’s Farm“, der in seiner Tour-Setlist nicht nur in Hamburg, sondern auf sämtlichen Konzerten fehlt. Schade.
Seine Stimme klang bei dem Grammy Auftritt mehr als kläglich, aber beim heutigen Konzert war sie – für Dylans Begriffe – okay. Natürlich klingt er heute mehr wie ein Reibeisen denn je, aber um einiges besser als bei der Grammy Verleihung.
Ich muss allerdings gestehen, dass manche Lyrics einfach unverständlich sind. Am Anfang mancher Songs habe ich mich ernsthaft gefragt, welchen Song er da überhaupt spielt.
Jedenfalls wurde der allgemeine Eindruck von den Grammys definitiv bestätigt.

Fazit:
Am 24.Mai feierte Bob Dylan seinen 70. Geburtstag. Mittlerweile muss man zugeben, dass Dylan einer der Künstler ist, denen es besser getan hätte, früher in Rente zu gehen. Stattdessen spielt er hunderte von Konzerten im Jahr, bringt Weihnachtsalben raus, die die Menschheit nicht braucht, und verkauft seine Musik meistbietend an die erstbeste Werbekampagne (u.a. Pepsi und Victoria’s Secret – muss das wirklich sein!?).
Auf der Bühne macht er roboterartig nur noch das, was er muss. Und Die Zuschauer bezahlen, „um ihn noch einmal zu sehen“. Es ist ein Bühnenabschied, der mittlerweile mehr als 20 Jahre andauert.
Was mich außerdem enttäuscht hat: Er hat nur einen (!) Song mit der Gitarre selbst gespielt. Alle anderen saß er entweder an der Orgel oder spielte seine Mundharmonika.

Alles in Allem: Es wirkt blasphemisch, überhaupt etwas Negatives über diesen Ausnahmekünstler zu sagen. Aber er hätte wirklich schon vor Jahren mit dem Touren aufhören sollen, anstatt ewig mit einem „Best Of“ durch die Welt zu reisen. So wie das Konzert heute war, könnte man sich auch zu Hause vor die Soundanlage setzen, eine Dylan Bootleg-CD einlegen und ein Bild von ihm anstarren. Irgendwie hätte das kaum einen anderen Effekt als das Konzert heute.
Ich liebe Bob Dylan wirklich sehr und es tut mir weh, das alles sagen zu müssen. Aber er hätte schon viel früher Abschied von der Bühne nehmen müssen. Dann wäre er jetzt die Legende, wie er es verdient hätte eine zu sein. Und nicht der alte Mann, der nicht weiß, wann Schluss ist.
Ich frage mich wirklich, wieso er das alles macht. Wer mit so einer anscheinenden Lieblosigkeit an seine Arbeit geht, sollte sie besser gar nicht mehr ausführen. Er sollte sich eine hübsche Weinplantage in Kalifornien suchen oder sich in Woodstock zur Ruhe setzen.

Setlist:
1. Leopard-Skin Pill-Box Hat
2. Don’t Think Twice, It’s All Right
3. Things Have Changed
4. I Don’t Believe You (She Acts Like We Never Have Met)
5. Beyond Here Lies Nothin’ (Bob an der Gitarre)
6. To Ramona
7. Cold Irons Bound
8. Tangled Up In Blue
9. Summer Days
10. Tryin’ To Get To Heaven
11. Highway 61 Revisited
12. Visions Of Johanna
13. Thunder On The Mountain
14. Ballad Of A Thin Man

Encore:
15. Like A Rolling Stone
16. All Along The Watchtower
17. Forever Young

Is there anybody out there? – Roger Waters – The Wall 10./11. Juni 2011 in Hamburg

12 Jun

Eindeutiges Indiz, dass man nicht mehr ganz richtig ist: Man geht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf ein und dasselbe Konzert. So passiert dieses Wochenende in Hamburg. Roger Waters. The Wall Tour 2010/2011. Seit Monaten fiebre ich wie wild auf dieses Ereignis zu und dann endlich war es soweit. Am Freitag bin ich schon wie geplättet aus der O2 World gegangen. Es war so unfassbar, was für ein Spektakel man dort auf der Bühne gesehen hatte. Neudeutsch würde ich behauptet, dass ich total “geflashed” war. Mir fallen jetzt noch kaum Worte ein, die Show würdig zu beschreiben. Wahnwitzig, wie ich irgendwie war, ging ich (immer noch “geflashed”) am Samstag Mittag online, um mal zu schauen, wie die Aktien bezüglich Karten für den Abend stehen, für das zweite Konzert von The Wall in Hamburg. Und die Aktien standen unglaublich gut! Etwa Zwanzig Minuten später hatte ich offiziell eine Karte für The Wall am 11. Juni ersteigert. Und es war nicht nur eine Karte, sondern ein Traumplatz in der zweiten Reihe für einen unverschämt guten Preis. Immer noch unglaublich teuer, aber ich wusste ja, dass jeder Euro es wert sein würde. So ereignete es sich also, dass ich zwei Tage hintereinander das großartigste Konzert sehen durfte, auf dem ich je war. Aber es war eigentlich gar kein Konzert, sondern eine Aufführung, ein Spektakel sondergleichen.

Roger Waters The Wall - 11-06-2011
Stimmung:
Die Hamburger sind leider nicht bekannt für ihre überschwängliche Euphorie bei Konzerten und so war es auch bei Roger Waters. Es wurde brav geklatscht, das Publikum sah einigermaßen begeistert aus, aber viel mehr war da beim Großteil des Konzertes leider nicht drin. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie man die ganze Zeit nur so still dasitzen kann.
Die Stimmung kam zum Höhepunkt, als „Comfortably Numb“ angestimmt wurde. Neben „Another Brick in the Wall“ und „Mother“ einer der populärsten Titel der Wall-Geschichte. Am Freitag standen während des Liedes sehr viele auf, was am Samstag überhaupt nicht der Fall war – zu meiner großen Verwunderung.
Waters animierte zum Schluss hin immer mehr das Publikum, doch etwas mehr Bewegung in die müde Menge zu bringen. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Wenn die Hamburger klatschen, ist das wohl offensichtlich schon das höchste der Gefühle. Erst bei den letzten Songs gab es wieder Standing Ovations für die Band, die bei Weitem mehr Enthusiasmus verdient hätte.

 

Roger Waters The Wall - 11-06-2011
Konzertablauf:

Set 1:
Offizieller Beginn war 20 Uhr. An beiden Tagen gab es eine kleine Verspätung von 15 Minuten am Freitag und knapp 5 Minuten am Samstag.
Und gleich am Anfang wird einem klar, dass das wohl ein Erlebnis sein wird, was man nie wieder vergisst.
Allein der erste Song „In the Flesh“ zeigte alles auf, was in den nächsten Stunden möglich sein wird. Scheinwerferspiele und Feuerwerk-Fontänen waren noch die einfachsten Effekte. Als der Song seinen Höhepunkt erreicht, fliegt ein Kampfflugzeug üben den Zuschauern quer über die Halle auf die Bühne zu und explodiert auf der rechten Seite zu einem Feuerball.
Auf der kreisrunden Leinwand werden dann verschiedene Bilder von im Krieg gefallenen Menschen gezeigt und man kann verschiedene Daten zu den Personen lesen, u.a. wann und sie geboren und gestorben sind. Das erste Bild war das von Roger Waters Vater, der im Zweiten Weltkrieg fiel.
Spätestens da wurde klar, dass es ein sehr politischer Abend wird. Das Konzept von The Wall wurde von Roger Waters über die Jahre immer wieder verändert, sodass die politischen und sozialkritischen Züge mittlerweile immer mehr überhand nehmen.
Während „The Happiest Days of our Lives“ und „Another Brick in the Wall Pt 2“ schwebt auf der rechten Seite der Bühne eine riesige aufblasbare Puppe des Lehrers. Ein Schülerchor kommt auf die Bühne und „singt“ (Playback) den berühmten Refrain „All in all it’s just another brick in the wall“.
Nach dem Song herrscht kurz Stille und Roger Waters begrüßt das Hamburger Publikum mit den Worten „Guten Abend Hamburg, willkommen!“. Wer „The Wall“ kennt, weiß, dass jetzt der Song „Mother“ kommen wird. Waters erzählt den Zuschauern, dass er etwas Besonderes mit ihnen teilen möchte, es ist „an experiment in time travel“. Er wird ein Duett singen, mit seiner „acoustic guitar and along with fucked up little Roger“. Dann stimmte er „Mother“ an und auf der runden Leinwand hinter ihm, sowie auf den schon gebauten Steinen der Mauer, sah man den jungen Roger Waters im Earl Court, London, 1980 eben jenen Song singen. Zusammen mit dem heute 67 Jahre alten Waters im Duett, der vor dem Publikum live auf der Bühne stand.
Im weiteren Verlauf des Songs wurde er von Sänger Robbie Wyckoff unterstützt, der bei der Tour die Parts übernimmt, die im Original von David Gilmour gesungen werden.
Bei dem Song „Goodbye blue sky“ sah man auf der Leinwand Kampfflieger über eine Stadt ziehen. Diese ließen allerdings keine Bomben fallen, sondern verschiedene Symbole. Darunter unter anderem Kreuze, Davidsterne, Mercedes Sterne, Dollar Zeichen, Hammer und Sichel, Totenköpfe, sowie das Zeichen der Fastfood Kette McDonalds und des Ölkonzerns Shell.
Jeder einzelne Song wurde mit individuellen Aufnahmen auf wirklich faszinierender Art und Weise untermalt. Waters versteht es, zu den Liedern genau die richtige Stimmung einzufangen und dazu passende Bilder auf die Leinwand zu bringen.
Man muss es wirklich gesehen haben.
Nach dem 15. Song „Goodbye cruel world“ stand die Mauer komplett und die Show ging für ca. 20 Minuten in die Pause.
Roger Waters The Wall - 11-06-2011
Set 2:
Der zweite Teil geht sehr ruhig los. Während der ersten Songs wird fast komplett auf eindringliche Projizierungen verzichtet und man sieht einfach nur die schlichte Mauer. Als „Nobody home“ beginnt, sitzt Waters auf einem Mauervorsprung gemütlich auf einem Sessel in einer einfachen Wohnzimmerkulisse. Während des Songs „Vera“ sah man auf der Leinwand Bilder von Vera Lynn und Aufnahmen von Kindern, wie sie zum ersten Mal seit dem Krieg ihre Väter wiedersehen. Die Songs und Aufnahmen gehen alle nahtlos ineinander über.
Und dann DER Song der Abends. „Comfortably Numb“. Die Stimmung im Publikum war auf einmal eine ganz andere, jeder wusste, dass jetzt dieser magische Song kommen würde. Roger Waters sang die ersten Zeilen und man wartete sehnlichst auf den Gilmour Part. Doch wie erwartet sang es nicht David Gilmour, sondern die Stimme war die von Robbie Wyckoff. Und das merkte man. Für mich hat der Song sehr viel von seinem Charme eingebüßt. Niemand, wirklich niemand ersetzt David Gilmour. Vor allem, wenn man das mit einer totalen Durchschnittsstimme versucht. Ich zitiere an dieser Stelle auch einfach mal robbiewyckoff.com: “Robbie has recorded and performed with an inimitable group of artists such as: Diana Ross, Barbara Streisand, Celine Dion, Natalie Cole, [...] “ Das sagt ja irgendwie schon alles. Van Morrison 1990 in Berlin – das war eine gute Wahl. Seine Stimme hat Charakter und genau das braucht der Song auch. Aber lassen wir das Thema einfach.
Es war ja trotzdem irgendwie das Highlight des ganzen Konzerts. Vor allem liegt das aber auch an der grandiosen visuellen Umsetzung des Songs. Zum Ende hin steht Roger Waters vor der Mauer und schlägt mit beiden Fäusten gegen sie, bis sie mit einem faszinierenden Farbspiel explodiert und sich dann auf der Leinwand riesige Säulen erstrecken.
Im Anschluss daran sah man Waters vor den bekannten marschierenden Hämmern. Über dem Publikum flog ein riesiges Schwein mit etlichen Parolen darauf. Unter anderem „Everything will be ok – just keep consuming“. Das Ganze hatte nun sehr viele Parallelen zu den Bildern, die man vom Zweiten Weltkrieg vor Augen hat. Auf der Leinwand sah man nun verschiedene Worte und Bilder, die Bezug auf den Konzern Apple nahmen. Das Bild von einem Schwein stand neben dem Wort „iLead“, Hunde neben dem Wort „iFollow“, politische Figuren wie George Bush oder Hitler sah man ebenfalls im Großformat. „iBelieve“ und „iPaint“ wurde ihnen zugeschrieben.
Während der letzten Songs gab es optisch auf der Mauer auch noch die Animationen von Gerald Scarfe, der als Künstler bei etlichen Pink Floyd Projekten mitwirkte und seine Animationen auch im „The Wall“ Film liefen.
Als die Show zum Ende kommt, hört man Publikumsrufe, wie sie „Tear down the Wall“ schreien. Dann fällt die Mauer komplett in sich zusammen.

Setlist:
Set 1:
01. In the Flesh?
02. The Thin Ice
03. Another Brick in the Wall Pt 1
04. The Happiest Days of our Lives
05. Another Brick in the Wall Pt 2
06. Mother
07. Goodbye Blue Sky
08. Empty Spaces
09. What shall we do now?
10. Young Lust
11. One of my turns
12. Don’t leave me now
13. Another Brick in the Wall Pt 3
14. The Last Few Bricks
15. Goodbye Cruel World

ca. 20 Minuten Pause

Set 2:
16. Hey You
17. Is there anybody out there?
18. Nobody Home
19. Vera
20. Bring the boys back home
21. Comfortably Numb
22. The Show must go on
23. In the Flesh
24. Run like hell
25. Waiting for worms
26. Stop
27. The Trial
28. Outside the Wall

Fazit:
Wie schon gesagt, man muss es erlebt haben. Ich könnte hier noch stundenlang so weiter schreiben und das Ganze versuchen in Worte zu packen, was ich gesehen und erlebt habe. Aber das kann man gar nicht. So viele Eindrücke, es war unglaublich. Der Sound war perfekt, die Effekte grandios. Es war rundum ein beispielloses Ereignis.
Ich finde den Vergleich der Bühne auch interessant, wenn man sich die Show in Berlin 1990 ansieht. Diese Wandlung, die Roger Waters betrieben und die Show in die heutige Zeit versetzt hat. Es hat genau die richtige Zeit abgewartet. 30 Jahre nachdem The Wall veröffentlicht wurde, ist es heute noch genau so aktuell wie damals. Und Roger Waters selbst war mindestens in genau so einer Topform wie das ganze Stück. Die Show ist wirklich etwas, das seinesgleichen sucht. Einfach nur Weltklasse.


Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 11, 2011 Roger Waters - The Wall - May 10, 2011 Roger Waters - The Wall - May 10, 2011 Roger Waters - The Wall - May 10, 2011

Them Crooked Vultures in Berlin

9 Dez

Them Crooked Vultures in Berlin 12-07-2009
Them Crooked Vultures - 12-6-2009
Man könnte es fast als unsinnig bezeichnen, einen Bericht über das Konzert zu schreiben. Denn Wörter können fast nicht zum Ausdruck bringen, was für eine Stimmung am 7.12.2009 um 21Uhr in der Columbiahalle Berlin herrschte.

 

Alles Begann mit Sweethead, die pünktlich um 20Uhr mit ihrem Auftritt losgehten. Die Band um Queens of the Stone Age-Gitarrist Troy van Leeuwen, mit der reizenden Serrina Sims als Frontfrau, heizten den Saal gut am. Trotz ihres noch nicht sehr hohen Bekanntheitswert verbreiteten sie schnell die richtige Atmosphäre. Es mag aber auch vielleicht an dem bekannten Gesicht von Troy van Leeuwen gelegen haben, dass Sweethead, meiner oberflächlichen Beobachtung nach zu urteilen, für ordentlich Stimmung gesorgt haben.
Ihre Musik erinnert mich leicht an die Distillers, nur mit mehr Indie-Einflüssen und der typischen Qotsa-Gitarre. Alles in allem eine Mischung, die in meinen Ohren jedenfalls alles andere als schlecht klingt. Für Them Crooked Vultures eine super Supportband. Wer Probehören will, schaut wie immer auf Myspace oder Youtube, oder, oder, oder.
Nach recht kurzen 30-45 Minuten gings auch schon in die Umbaupause, die angenehm kurz dauerte.

 

Them Crooked Vultures - 12-6-2009
Pünktlich um 21Uhr war es dann soweit. Them Crooked Vultures. John Paul Jones. Der Moment, auf den alle im Saal seit Monaten warteten. Keiner der Herren auf der Bühne brauchte auch nur ein Wort zu sagen, die Masse tobte von ihrer reinen Anwesenheit.
Ab hier an kann man kaum erklären, was bei dem Konzert passierte, da es fast nicht in Worte zu fassen ist. Eine gewisse Magie lag in der Luft. Ich persönlich war hin und weg von der Präsenz der Menschen, die sich dort auf die Bühne verausgabten.
Alle vier waren in perfekter Stimmung, John Paul Jones machte den Eindruck, als hätte er die Bühne nie verlassen.
Fast schon peinlich berührt schaute Mr. Jones drein, als das Publikum nicht wenige Male zu Gemeinschaftlichen “John Paul Jones”-Rufen anstimmte.
Als Josh Homme zur Vorstellung der einzelnen Bandmitglieder kam, war es vor allem auch Dave Grohl, der besonders viel Aufmerksamkeit bekam. Bei John Paul Jones reichte nur ein Handzeig und alle fingen auf einmal an zu schreien und klatschen. Ganz bescheiden grinste er selbst bis über beide Ohren. Das Reden wurde über fast über das ganze Konzert allerdings Josh Homme überlassen – der ebenfalls in sehr ausgelassener Stimmung war und wohl selten so glücklich auf der Bühne wirkte.

 

Them Crooked Vultures - 12-6-2009Tut mir Leid, dass ich die ganze Zeit nur über John Paul Jones rede, aber der Typ hat mich einfach fasziniert!
Er wechselte mal von Bass zu Keyboard oder zur Keytar. Man merkte total, was für einen Spaß ihm das Ganze bereitete. Als hätte er nie die Bühne verlassen, tänzelte er mit seinem jeweiligen Instrument über die Bühne und schien sich des neugewonnenen Rockerlebens zu erfreuen.
Alle waren in erstklassiger Stimmung und das hörte man auch. Jeder einzelne Song war eine Hymne. Gemeinsam jamten sie teilweise bis zu 10 Minuten in reinster Form. Wunderwunderschön war auch John Paul Jones’ Keyboard solo bei “Spinning in Daffodils”, das mich einfach nur umgehauen hat. Am Ende des Berichts könnt Ihr ein Video davon sehen. Allerdings empfehle ich eher die knapp 2min lange Version von dem Roseland Ballroom Auftritt in New York.
Es war einfach ein durchgehend wirklich perfektes Konzert, das ich in der Form noch nie zu sehen bekam. Schätze in naher Zukunft könnte das nur noch von einer Led Zeppelin Reunion getoppt werden.
Wer nicht bei diesem Konzert war, hat wirklich etwas verpasst.
Die Band verabschiedete sich am Schluss ohne Zugabe, leider. Die 90 Minuten Spielzeit waren aber dennoch in Ordnung, für das, was man zu sehen bekam.

 

Them Crooked Vultures - 12-6-2009
Noch ein paar abschließende Worte zu Publikum, Merch, etc.: Ich stand bei diesem Auftritt unüblicherweise oben mittig auf der Tribüne, statt unten in den vorderen Reihen. Auf der einen Seite war es schon schade, die Band nicht näher sehen zu können, anderseits war ich aber auch wohl nie so froh. Nach meiner Erfahrung typisch für das Berliner Publikum, benahmen sich etliche Leute total daneben. Man konnte von oben ständig sehen, wie nicht selten mit Plastikbechern geschmissen wurde, die dann entweder die Bühne oder – schlimmer – den Kopf eines anderen Konzertbesuchers trafen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie bekackt man überhaupt sein kann. Genau so wenig verstehen werde ich die Menschen, die übelst rumpogen müssen. Vielleicht ist es deren Art ein Konzert zu genießen, was ich allerdings nur schwer nachvollziehen kann. So viel Stil wie die Band sollten auch die Zuschauer haben. Sollten.
Im Gegensatz zu unten bewegten sich oben allerdings um so weniger Leute. Aber hauptsache man selbst konnte sich gehen lassen und wurde nicht von irgendwem belästigt.
Den Merch fand ich persönlich echt gut, auch von den Preisen her. Im Grunde waren sie ähnlich denen im Online-Store, nur anstatt des Dollar-Zeichens mit einem Euro-Zeichen davor. Shirts von 20-30€, Hoodies gewohnt etwas teurer. Wenn jemand Infos dazu hat, wieviel Porto nach Deutschland beim Online-Store dazu kommt, kann mir gerne einen Kommentar hinterlassen.

 

Die Setlist:
(hoffentlich korrekt – ansonsten »Kommentar!)
01. No One Loves Me & Neither Do I
02. Dead End Friends
03. Scumbag Blues
04. Elephants
05. Highway One
06. New Fang
07. Gunman
08. Bandoliers
09. Mind Eraser, No Chaser
10. Caligulove
11. Interlude With Ludes
12. Spinning In Daffodils
13. Reptiles
14. Warsaw or The First Breath You Take After You Give Up

 

 

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Regina Spektor zuckersüß in Hamburg

7 Jul

Regina Spektor in Hamburg 06-07-2009
Regina Spektor - Hamburg, 07-6-2009
Gestern war ein schöner Tag! Nach einigen verpassten Deutschland Konzerten in den vergangenen Jahren sah ich Regina Spektor endlich zum ersten mal live auf der Bühne. Das Konzert fand im Grünspan statt, ein wie sich herausstellte relativ kleiner Club in St. Pauli, direkt in der Großen Freiheit.
Einlass war 19 Uhr. Da ich eher keinen so großen Andrang erwartete und nicht all zu lange warten wollte, ging ich 15-30 Minuten später hin. Zu meinem Erstaunen waren um die Zeit jedoch schon die ersten Reihen vorne besetzt und der Saal füllte sich zusehends schnell. Überrascht war ich auch von der Absperrung, die aufgestellt war. Nichtmal damals beim Rilo Kiley Konzert in Berlin war eine aufgestellt worden und selbst da ließ sich das Publikum auch deutlich mehr Zeit, vor die Bühne zu gehen. Bei Mrs. Spektor wurde es aber schon bei der Vorband sichtlich “kuschliger” in der Menge und die Luft wurde heißer und heißer. Um für Erfrischung zu sorgen, schickte ich meine Begleitung los, um uns einen Orangensaft zu besorgen. Keine gute Idee! Pro Getränk – 20cl wohl gemerkt – bezahlte man im Grünspan 2,50Euro. Huiiii. Ein Bier gabs mit 30cl für ebenfalls 2,50Euro. Bei den Preisen wird einem ganz anders zu Mute und somit war die gedachte Erfrischung eher ein Ärgernis.
Ansonsten hat mir der Club aber sehr gefallen. Kleine Clubs mag ich sowieso lieber und der Grünspan hatte auch einen sehr netten Flair, obwohl es im Laufe des Abends wirklich viiiieeeel zu heiß wurde.

 

Alin Coen - Hamburg, 7-06-2009Fast pünktlich um 20 Uhr trat die Support-Künstlerin Alin Coen auf die Bühne. Ich erwartete eigentlich Reggie Watts, der Regina Spektor bereits einige Tage zuvor in Köln begleitete. Deshalb war ich eher erstaunt, diese junge Dame zu sehen. Sie begann ihren Auftritt mit einer herzlichen Begrüßung des Publikums und deutschsprachigen Liedern. Eigentlich bin ich ja nicht so der Fan deutscher Musik, aber diese Künstlerin fand ich wirklich sehr gut! Vor allem weil sie mit ihrem Charme und ihrer offenen ehrlichen Art beim Publikum punkten konnte. Vor jedem Lied gab sie eine kleine Erklärung zum Song bzw. zum Liedtext ab, sodass man sich als Zuhörer sehr gut in die unbekannten Songs hineinversetzen konnte. Im Laufe ihres halbstündigen Auftritts spielte sie auch einige englischsprachige Lieder, was mir richtig gut gefiel. Ihr Musikstil ist typisch Singer-Songwriter. Also viel Gitarre, viel Text, viel Emotion. Mit ihrer Stimme klang jeder Song wie ein Gedicht. Zum Regina Spektor Publikum hat Alin Coen perfekt gepasst und mich jedenfalls in die richtige Stimmung für den Rest des Konzerts gebracht.
Interessierte können sich auf ihrer offiziellen Website umsehen. Dort gibt es neben Infos über die Künstlerin einen Link zu ihrer Myspace Seite, wo man sich einige Songs anhören kann. Da enspricht die Musik zwar nicht mehr ganz meinem Geschmack, aber live ist Alin Coen auf jeden Fall sehenswert!

 

Regina Spektor - Hamburg, 07-6-200921:15, nach ganzen 45 Minuten Warterei (warum auch immer), betrat die bezaubernde Regina Spektor die Bühne. Als erstes fiel mir auf, wie klein und zierlich sie wirkte. Wie ein kleines Mädchen grinste sie unschuldig ins Publikum und begrüßte es. Sogleich setzte sie sich an ihr Piano und begann zu spielen. Zu meiner Verwunderung waren die ersten beiden Songs auch die meiner Meinung nach besten des neuen Albums – “The Calculation” und “Eet”. Zusammen mit dem dritten Titel “On the Radio” sorgten sie zwar gleich für eine tolle Stimmung, aber ich hätte sie mir doch lieber mittig gewünscht und eigentlich auch so erwartet.
Weiter ging es mit etlichen neuen Songs und einer ausgelassenen Frau Spektor, die ständig mit dem Publikum rumwitzelte. Jeder Song war ein kleines Erlebnis und es machte Spaß, ihr beim Pianospielen zuzusehen. Ihr Stimme ist unverwechselbar und live noch schöner als auf Platte.
Immer wieder brachte ein Roadie ihr neue Getränke und jedes mal machte sie ihre kleinen Witze darüber. “Good Day Annanas. Annanas. When I’m in Hamburg, I drink Good Day Annanas”. Dabei hielt sie die Verpackung wie in einem Werbespot ins Publikum und präsentierte die Ware. Mit ihrer sympathischen Art und ihrem Charme hätte ihr wohl jeder im Saal das Getränkt sofort abgekauft. Und das nicht nur wegen der Affenhitze und den überteuerten Preise an der Bar. Obwohl es sehr gemein von ihr war, der schwitzenden Menge soetwas leckeres vor Augen zu halten.

 

Regina Spektor - Hamburg, 07-6-2009Nach 17 Songs verließ sie mit ihrer Band die Bühne, um danach vier weitere Zugaben zu spielen. Als erstes spielte sie Samson, der Song, auf den ich am meisten gewartet habe. Ich denke nicht nur mir wurde dabei warm ums Herz. Es ist schon ein Erlebnis, diesen Song live zu hören. Einfach nur wunderschön.
Nach der sentimentalen Stimmung folgten Us, Fidelity und ein Country Song. Letzterer hat am Schluss nochmal für richtig Stimmung gesorgt, auch wenn sie – Madame Spektor und Band – ihn bisher nur sehr selten gespielt haben. Der Stilwechsel kam sehr gut an und passte ins abwechslungsreiche Programm des Abends.

 

Ein wirklich überaus gelungenes Konzert, das keine Wünsche übrig ließ. Regina Spektor ist und bleibt eine Ausnahmekünstlerin mit wahnsinnig viel Talent und Feingefühl, was ihre Musik betrifft. Von ihrem Charme mal ganz abgesehen.

 

Die Setlist:
01. The Calculation
02. Eet
03. On the radio
04. Machine
05. One more time with feeling
06. Laughing with
07. Time is all around
08. Folding Chair
09. Blue Lips
10. Bobbing for Apples
11. That Time
12. Apres Moi
13. Poor Little Rich boy
14. Human of the year
15. Riot Gear
16. Ghost of a corporate future
17. Man of a thousand faces
____

18. Samson
19. Us
20. Fidelity
21. Love, you’re a whore

 

Videos gibt’s übrigens hier.

 

Alin Coen - Hamburg, 7-06-2009 Alin Coen - Hamburg, 7-06-2009 Regina Spektor - Hamburg, 07-6-2009 Regina Spektor - Hamburg, 07-6-2009 Regina Spektor - Hamburg, 07-6-2009 Regina Spektor - Hamburg, 07-6-2009 Regina Spektor - Hamburg, 07-6-2009 Regina Spektor - Hamburg, 07-6-2009 Regina Spektor - Hamburg, 07-6-2009 Regina Spektor - Hamburg, 07-6-2009 Gruenspan Hamburg

May the 4th be with you

7 Mai

PEACHES in Hamburg 04-05-2009

Fast drei Jahre nach meinem ersten Peaches Konzert in Los Angeles 2006 war dies nun endlich die nächste Gelegenheit, Miss Nisker mal wieder live zu sehen. Das Konzert fand im Übel & Gefährlich statt, eine Location in der ich zum ersten Mal war. Der Club befindet sich direkt im alten Luftschutzbunker Heiligengeistfeld inmitten von St. Pauli. Mit einem Fahrstuhl ging es hinauf in den vierten Stock wo sich der “eigentliche” Club, also Tanzfläche, Bühne, etc. befindet. Der ganze Ort und die Prozedur nach oben zu gelangen hat natürlich seinen eigenen Charme und ist wohl auch ziemlich einmalig. Die kleine Warteminute im Aufzug wurde noch durch ein Quiz des “Liftboys” etwas verkürzt, der den Leuten ein paar Fragen zu Peaches und dem neuen Album gestellt halt. Für Unterhaltung wurde also sogar dort schon gesorgt. Oben angekommen musste man auch nur etwa 30min warten bis die erste Vorband zu spielen begann.

World Provider 04-5-2009 Hamburg Die kanadische Band “The World Provider” war allerdings alles andere als unterhaltsam. Mit einer gewissen homoerotischen Ausstrahlung und Outfits im Krankenschweter-Charme versuchten sie vergeblich das Publikum für sich zu gewinnen. Die Musik hatte für mich einen sehr undefinierbaren Stil, wer interessiert ist, kann sich auf bspw. last.fm mal einige Songs zu Gemüte führen – was ich persönlich nicht empfehlen kann. Der komplette Auftritt war für mich sehr verstörend, was seinen traurigen Höhepunkt erlangte, als sich beide Künstler von ihren Krankenpfleger-Outfits trennten (sich quasi die Kleider vom Leib rissen) und dadrunter ein spaciger Disco-Fummel zum Vorschein kam. Vor allem der junge Herr machte einen sehr bizarren Eindruck auf mich, der sich aber zugegebener Maßen gut mit seinem Gesang ergänzte. Von seinem entblößten Nippel mal ganz abgesehen …. Nicht nur ich schien erleichtert, als er ihren letzten Song ankündigte. Rückblickend muss ich wohl sagen, dass es mitunter die schlechteste (Vor-)Band ist, die ich je live gesehen hab (und ich hab sogar schon Bosse gesehen – also das will was heißen!).

Drums of Death 04-5-2009 HamburgNach einer minimalen Umpaupause gings auch schon weiter mit Drums of Death, einem Londoner Künstler und quasi-DJ; in Zusammenhang mit Peaches vor allem durch sein Peaches-Mixtape bekannt. Eine seehr interessante Musikrichtung und live auf jeden Fall sehenswert! War wirklich positiv überrascht, vor allem da diese Art von Musik normaler Weise nicht wirklich meinen Geschmack trifft. Aber der Auftritt war wirklich genial und gut gemacht, eine willkommene Abwechslung zur vorherigen Band. Probehören kann man bekanntlich auf der Drums of Death Myspace Seite. Definitiv ein Klick wert!

Peaches 5-04-2009 HamburgEinige Zeit später betrat dann endlich Peaches die Bühne in einem Outfit, das entfernt wirklich an eine Frucht erinnerte – in pink. Eines von etwa insgesamt 8 Outfits, die sie an diesem Abend trug. Den Beginn machte sie gleich mit Songs vom neuen Album und mir kam es so vor, ale hätte sie generell mehr neue als alte Songs gespielt. Im Anbetracht der Setlist waren es aber genau 11 alte und 11 neue Songs. Fairer Ausgleich also. Damit spielte sie am Abend also fast das komplette Album durch. Leider nur fast, da gerade eines meiner Favoriten, nämlich “Billionaire”, auf der Setlist komplett fehlte. Schade.
Dafür hat sie ihre bekannten Gassenhauer wie “Hit it hard”, “Shake yer dix” “Fuck the pain away” und “Lovertits” rausgehauen. Besonders gefreut hab ich mich auch über “Kick it”, welches live richtig genial ist. Gefehlt hat mir aber dann doch noch “Giv’er”, auf das ich mich schon ein wenig eingestellt und auf der Setlist vermutet hatte. Aber man kann ja nicht alles haben …
Generell war die Situation etwas schwierig, weil man teilweise mit den neuen Songs ins kalte Wasser geschmissen wurde, bis auf bei denjenigen, die im Vorfeld bereits auf Peaches’ Myspace Seite veröffentlich wurden. Wie gesagt, fast das komplette neue Album live durchzuspielen hab ich in der Form vorher auch noch nie auf einem Konzert erlebt. Grundsätzlich kann man aber wirklich absolut nicht meckern. Das Konzert war von der Songauswahl sehr rund und ließ eigentlich nichts zu wünschen übrig. Es war im Grunde eben doch ein Promo-Auftritt.

Peaches war wirklich sehr gut in Form und hat für ordentlich Stimmung gesorgt. Der ständige Outfit-Wechsel war vor allem sehr interessant und sehr typisch für sie. Nach aufblasbaren Penissen und ihren Radfahr-Künsten in L.A. war eigentlich auf alles gefasst, aber es blieb lediglich bei den provokanten Outfits. Und bei zwei Leuten die mit einer riesigen blonden Perrücke auf die Bühne kamen und leicht bekleidet anfingen dort rumzutanzen. Für Überraschungen war also gesorgt.
Im Gegensatz zu Aussagen die ich vorher im Internet gelesen habe, Peaches sei etwas zurückhaltend oder gar unfreundlich zu ihrem Publikum, kann ich nur vom dem genauen Gegenteil reden. Sie ist mehrmals “gestagedived” (dummes Wort) und hat oft mit dem Publikum geredet. Von Zurückhaltung war da absolut keine Spur. Die Stimmung war klasse, auf sowie vor der Bühne.

Alles in allem ein super Konzert, das mit noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Wenn Peaches das nächste mal hier in der Nähe ist, werd ich die Möglichkeit auf jeden Fall wieder wahrnehmen um sie zu sehen. Ihre Konzerte sind wirklich jedes mal ein Erlebnis!

Zum Schluss aber nochmal eine kleine negative Anmerkung: So wie ich das gesehen hab, konnte man am Merchandise Stand nicht einmal die CD kaufen!? Der 4. Mai war gleichzeitig VÖ von “I feel cream” und ich dachte, mir gleich die Platte vor Ort kaufen zu können. Aber da wurde ich sehr enttäuscht. Generell war der Merch seeeehr schwach. Im Vergleich dazu, was 2006 in den USA angeboten wurde, war die Auswahl in Hamburg wirklich lächerlich. Nur ein einziges Shirt!!!(!!). Wirklich sehr sehr schwach ….

Die Setlist:
01. Show Stopper
02. Trick or treat
03. Hit it hard
04. Operate
05. Mud
06. Serpentine
07. Hot rod
08. Shake yer dix
09. Saskias guitar solo
10. Lose you
11. More
12. Boys wanna be her
13. Talk to me
14. Set it off
15. Kick it
16. Rock’n'Roll
17. Mommy complex
18. Fuck the pain away
____
19. I feel cream
20. Tombstone
21. Lovertits
____
22. Take you on
23. Relax

Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 Hamburg Peaches 5-04-2009 HamburgWorld Provider 04-5-2009 Hamburg World Provider 04-5-2009 Hamburg Drums of Death 04-5-2009 Hamburg Drums of Death 04-5-2009 Hamburg Peaches Hamburg Setlist

Eagles of Death Metal Berlin (12-03-09)

16 Mrz

Eagles of Death Metal Berlin '09 Eagles of Death Metal Berlin '09 Eagles of Death Metal Berlin '09 Eagles of Death Metal Berlin '09 Eagles of Death Metal Berlin '09 Eagles of Death Metal Berlin '09 Eagles of Death Metal Berlin '09
Bin wieder zurück aus Berlin und hab eine unglaubliche Zeit beim Konzert gehabt! Alles war ein wenig stressig, wegen der Anreise und dem wirklich unglücklichen Wetter sowie einigen unfreundlichen Mitarbeitern im Huxley. Letztendlich hat aber doch noch alles super geklappt, wobei ich an dieser Stelle nochmals Janine danken muss, ohne die das alles im Endeffekt nicht so möglich gewesen wäre!
Einlass im Huxleys Neue Welt war 19:30 und etwa eine Stunde später fing auch die Vorband, Black Box Revelation, an zu spielen. Von denen bekam ich allerdings nur sehr wenig mit, da ich erst kurz vor Ende ihres Auftritts im Club war.
Als die Eagles anfingen zu spielen, hatte ich die große Ehre & Freude, das ganze aus der Backstage-Perspektive mitzuerleben. Während des ganzen Auftritts konnte ich neben der Bühne stehen und die Band hautnah erleben. Ein wirklich wahnsinnig tolles Erlebnis mal auf der anderen Seite des Bühnengrabens zu stehen.
Jesse Hughes ging es an diesem Abend nicht sonderlich gut, was er auf der Bühne allerdings gut verstecken konnte. Er gab wie immer alles und lies sich nichts anmerken. Man merkte aber, dass es nicht ihr bester Auftritt war. Verglichen mit dem Konzert 2008 in Hamburg war dies in Berlin schon sehr ruhig und unspektakulär. Generell sind die Eagles in kleinen Clubs aber auch besser als in größeren. Da ist allgemein die Stimmung viel besser und Band wie auch Publikum lassen sich einfach viel mehr gehen. Ich persönlich war auch überrascht von der Größe des Huxleys und hätte es mir doch ein wenig kleiner vorgestellt. Die Location war aber eigentlich angemessen und gefiel mir eigentlich ganz gut. Vor allem die Tribüne auf der entgegen gesetzten Seite der Bühne fand ich super, von da hat man wirklich eine tolle Sicht auf alles! Der Platz neben der Bühne ist aber doch ein ticken besser ;)
Generell war es aber alles in allem ein sehr gelungenes Konzert. Was einige verwundern wird: Es wurde zweimal “Cherry Cola” gespielt: Einmal Jesse als solo und nochmals mit der Band. Das gibt’s nicht oft, aber meiner Meinung nach nicht sonderlich schlimm (entgegen der Meinung anderer Fans, was man im Internet so liest).
Die Setlist sah wie folgt aus:
01 I Only Want You
02 Don’t Speak
03 Bad Dream Mama
04 Heart On
05 Now I’m A Fool
06 English Girl
07 Secret Plans
08 Already Died
09 Stuck In The Metal
10 Just Nineteen
11 Anything Cept The Truth
12 Whorehoppin’
13 Boys Bad News
14 Cherry Cola (Jesse solo)
15 I Like To Move In The Night (Jesse solo)
16 Midnight Creeper (Jesse solo)
17 Brown Sugar
18 Cherry Cola
19 WannaBe In L.A.
20 Kiss The Devil
21 Speaking In Tounges
Dem geschulten Auge fällt sofort auf, dass die Mehrzahl der Songs aus den beiden Vorgängeralben und nicht aus “Heart on” stammt. Gott sei Dank! Als kein großer Fan des neuen Albums war ich darüber sehr zufrieden und fand die Setlist so einfach klasse. Und Jesse hat mal wieder Midnight Creeper gespielt, welches ich live bisher nur sehr selten gehört habe.
Nach dem Konzert ging die ganze Truppe, trotz Jesses gesundheitlich angeschlagenem Zustand, noch ins White Trash um dort aufzulegen.

 

Ich hoffe, ich werde in Zukunft noch einmal die Gelegenheit haben, ein Konzert der Eagles backstage miterleben zu dürfen. Das ist einfach eine unglaubliche Erfahrung und wirklich einmalig! Obwohl das Konzert nach meinem Anscheinen dort viel schneller vorbeigeht, als würde man vor der Bühne in der Menge stehen.